2026

Lesedauer 7 Minuten


Es war sehr still um uns.

Dafür gibt es verschiedene Gründe.


1) Zurück in Einklang mit Gott finden


Im Mai 2025 hatten wir unsere große Abschlussfeier vom zweiten Jahr am Charis Bible College. Nach dieser intensiven und unglaublichen Erfahrung ging es für uns erst einmal zurück nach Deutschland. Dort wurden wir von gutem Brot, Wurst und hoher Luftfeuchtigkeit empfangen. Familie und Freunde wiederzusehen war wunderschön und nahm einen großen Teil unserer Zeit in Deutschland in Anspruch.


Wir hatten die Gelegenheit, von dem weiterzugeben, was wir gelernt und mit Gott erlebt hatten – durch Gottesdienste, Gespräche in geselligen Runden oder durch unseren Workshop Kingdom Roots, den wir im Gospel Forum Albstadt angeboten haben.

Den Segen, welchen wir empfangen haben, weiterzugeben, war etwas ganz Besonderes. Den Menschen, ohne deren Unterstützung wir dieses Abenteuer gar nicht hätten machen können, etwas zurückzugeben, war uns sehr wichtig.

Der andere Teil unseres Heimataufenthaltes war gefüllt damit, Dinge über Kleinanzeigen zu verkaufen und unser neues Visum zu beantragen – ein Business-Visum.


Gott hatte uns neamlich während unserer Zeit in den USA die Möglichkeit aufgezeigt, eine Firma zu gründen, welche uns ein neues Visum ermöglichen würde. Dadurch könnten wir länger in den USA bleiben und anfangen, Geld zu verdienen.

Nach einer menge Zeit im Gebet und verschiedenen Bestätigungen entschieden wir uns, diesen Weg einzuschlagen und Gott zu vertrauen, dass er uns leitet – und auch „umleitet“, falls wir eine falsche Richtung einschlagen sollten.

Kurz bevor unser Flug zurück in die USA ging, wurde diese Richtung bestätigt. Im US-Konsulat in Bern bekamen wir gesagt: „Approved“ – genehmigt.


Ich war sprachlos, denn unsere Situation und Vorraussetzungen hätten eher etwas anderes vermuten lassen. Aber Gott hat uns den Weg geebnet und wir möchten diesen Weg im Gehorsam gehen.

Mit einem neuen Visum und nach einer erfüllten Zeit in Deutschland ging es für uns im August wieder zurück in die USA. Der Abschied fiel wieder einmal schwer, aber ich hatte einen so tiefen Frieden über unsere Entscheidung und darüber, dass Gott uns leitet, dass ich mich gleichzeitig auch sehr gefreut habe.


Ankommen – und Fallen


In den USA angekommen begann zunächst eine harte Phase.

Ich hatte mir in Deutschland eine starke Erkältung zugezogen, die sich sehr auf meine Lunge geschlagen hatte. Zurück blieb ein hartnäckiger Husten, der mir schon in Deutschland das Atmen schwer machte. Als ich dann in Denver aus dem Flugzeug stieg – mit etwa 20 % weniger Sauerstoff und deutlich geringerer Luftfeuchtigkeit – konnte ich kaum atmen und schaffte es kaum, den Flughafen zu verlassen.

Die ersten Tage verbrachten wir in einem Hotelzimmer, bevor wir in eine provisorische Wohnung ziehen konnten, um von dort aus eine langfristigere Lösung zu finden.

Gerade durch den Husten und die Kurzatmigkeit hatte ich große Schwierigkeiten, mich wieder an die Höhe zu gewöhnen und irgendwie kam für mich alles zusammen. Ich fiel in ein Loch. Ich fühlte mich wie vor Jahren, während meiner postnatalen Depression. Gott schien so weit entfernt, Josh schien so weit entfernt. Alles war anstrengend. Ich zweifelte alles an: unsere Reise hierher, Gottes Vision für unser Leben, unsere Ehe – einfach alles.


Die Erkenntnis


Während einer beiläufigen Unterhaltung mit Freunden, fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen. Gott zeigte mir genau, warum es mir so ging:


Ich war leer.
Völlig leer.
Ausgetrocknet.


und es lag nicht an der trockenen Bergluft.

Neun Monate lang war ich im Unterricht und in meiner persönlichen Zeit mit Gott durch sein Wort angefüllt worden. Mein Geist und auch mein Körper waren daran gewöhnt. In Deutschland hatte ich gegeben, mein „geistliches Gefäß“ sozusagen ausgegossen – in Gesprächen, in Situationen, im Dienen. Und obwohl es mir Freude gemacht hatte und ich dankbar für diese Zeit war, vergaß ich das Wichtigste: wieder aufzutanken.

„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Eine Rebe kann aus sich selbst heraus keine Frucht tragen; sie muss am Weinstock bleiben.“

Johannes 15,4–5


Meine Zeit mit Gott vernachlässigte ich in dieser Phase fast komplett, besonders in den letzten eineinhalb Monaten in Deutschland. Statt Halt und Stressabbau im Wort Gottes und in seiner Gegenwart zu suchen, griff ich auf alte Bewältigungsmechanismen zurück. Genau das zeigte sich jetzt – und der Teufel nutzte diese Gelegenheit.

Nach dieser Erkenntnis – so offensichtlich sie im Nachhinein auch war – investierte ich wieder bewusst Zeit in meine Beziehung mit Jesus.


Damit ich überfließen kann.
Damit ich ein Segen sein kann.

Als dann auch unser drittes Jahr am College begann, half das natürlich sehr, und ich fand schnell wieder aus diesem Loch heraus.

Danke, Jesus.


2) Global Training School


Business hin oder her – unser Grund Nummer eins, zurück in die USA zu gehen, war es, unser Bibelstudium zu beenden. Charis bietet für das dritte Jahr sieben verschiedene Schulen an:

• Business School
• Ministry School
• Government School
• Worship School
• Film and Production School
• Leadership School
• Global Training School


Gott zeigte mir und Josh bereits vor dem Ende unseres zweiten Jahres, dass wir beide in die Global Training School gehen sollen.

Diese Schule bietet eine gute Mischung aus verschiedenen Bereichen wie Leiterschaft, pastoraler Dienst, Mission, sowie Business und Finanzen.


Diese Entscheidung haben wir nicht bereut. Aber das, was über die Global Training School gesagt wird, stimmt: Sie ist vermutlich die zeitintensivste Schule.


• Wir lesen jeden Monat ein Buch und bearbeiten dazu einen Activation Guide.
• Wir führen einen Daily Planner.
• Wir treffen uns monatlich mit einem zugewiesenen Coach.
• Wir halten zwei kurze Zeugnisvorträge (5 und 10 Minuten) sowie eine 40‑minütige Predigt.
• Wir reichen Projektvorschläge ein, werden einem Projekt zugeteilt und arbeiten dieses so aus, dass es theoretisch nach der Schule umgesetzt werden könnte. Dieses präsentieren wir dann vor einem Plenum.
• Zwei Examen nach jedem Semester.
• 17 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Semester.


Das alles nahm natürlich viel Zeit in Anspruch und ich merkte, wie Gott mich in einen neuen Abschnitt führte – Transformation und Feinschliff.


Gemeinsam mit Gott arbeitete ich mich durch alte Verhaltensmuster, die ich als Identität angenommen hatte.
„Ich bin halt so.“

Gott zeigte mir, dass ich viel mehr kann.
Dass ich aufhören muss, mich selbst zu limitieren.
Und dass ich endlich in Aktion treten muss.

Die Zeit des Wartens ist vorbei.


Komfortzone verlassen


Eine Situation brachte mich dabei besonders aus meiner Komfortzone.


Wir hatten einen Kurs namens Presentation Skills. Dort bekamen wir die Aufgabe anhand eines Modells ein Thema vorzubereiten. Dieses präsentierten wir über mehrere Tage hinweg in wechselnden Gruppen und mit unterschiedlichen Zeitlimits. Danach gab es Feedback. Mit diesem Feedback passten wir unsere Präsentation an und gingen zur nächsten Gruppe.

Am Ende fragte unsere Lehrerin, wer sich sicher genug fühlt, vor der ganzen Klasse zu präsentieren – 72 Schüler.

Mein Arm ging wie von selbst nach oben und ich bereute es sofort. Im Nachhinein glaube ich, dass es ein Anstoß vom Heiligen Geist war.


Eine meiner größten Herausforderungen ist es, auf Englisch zu predigen oder zu präsentieren. Ich fühle mich dabei unsicher und habe Angst mich zu blamieren.

Natürlich wurde ich ausgewählt – obwohl meine Hand genauso schnell wieder unten war, wie sie hochgeschossen war.

Ich stand also vor der ganzen Klasse und es war großartig. Ich war selbstbewusst, brachte alles so rüber wie ich es wollte, meine Aussprache war gut und auch mein Auftreten.

Das Feedback bestand ausschließlich aus Lob und meine Lehrerin sagte, dass sie stolz auf mich ist. Und ich wars auch.

Gott zeigte mir durch diese Situation was ich kann und dass ich aufhören muss, mich selbst zurückzustellen oder mich hinter falscher Demut zu verstecken.


Genau dafür ist diese Zeit im dritten Jahr bei Charis da: ein göttliches Selbstbewusstsein zu entwickeln und einfach zu gehorchen, wenn Gott uns auffordert oder uns Gelegenheiten schenkt.

Und davon gab es einige. Ich durfte neben der Schule in verschiedenen Bereichen mitarbeiten, anderen dienen und ein Segen sein.


Wir starten jetzt im Januar in unser zweites Semester und ich bin voller Vorfreude und Erwartung, was Gott in diesem Semester alles in mir verändern wird und wie anders ich am Ende dieser Zeit sein werde.


3) Firma und Familie


Mit einem neuen Visum in die USA zurückzukehren war ein großer Segen – aber auch eine Stolperfalle. Eine, mit der wir gerechnet hatten, die uns aber trotzdem teilweise aus der Balance gebracht hat.


Josh wollte diese Chance so gut wie möglich nutzen und versuchte, alles unter einen Hut zu bekommen: Familie, Firma und Schule.

Da aber auch er – genau wie ich – mit Gott durch seine ganz persönliche „Beschneidungsphase“ ging, wurde das alles ziemlich schnell zu viel. Wenn wir uns in einer Zeit des Zuschnitts befinden – wie im Gleichnis vom Weinstock und den Reben – ist das intensiv und unangenehm.


Wir kamen beide an unsere Grenzen.

Ich zum Beispiel war nach meinen Startschwierigkeiten Gott wieder sehr nahe, hatte aber eine wichtige Lektion vergessen: An erster Stelle nach Gott kommt nicht die Schule oder ich selbst, sondern mein Mann und mein Kind.

Nach einer harten Zeit, in der der Teufel uns massiv angriff, starteten wir bewusst eine Phase, in der wir als Paar, als Familie und mit Gott Zeit verbrachten.


In dieser Zeit bat ich den Heiligen Geist, mir mit burtaler Ehrlichkeit, zu zeigen, was das Problem ist. Ich betete:

„Ich bin mit meiner Weisheit am Ende. Zeig mir, was DU denkst, welches der richtige Weg ist und ich werde gehorchen – egal, ob es mir gefällt oder nicht.“

Und er antwortete.


Die ersten Eindrücke hatte ich noch im Auto direkt nach diesem Gebet. Dann kamen in einem Unterricht über Zeitmanagement weitere Hinweise hinzu, die mich zu einer sehr klaren Antwort führten.

Parallel tat Josh dasselbe. Als wir darüber sprachen, war es, als hätte Gott nur darauf gewartet, dass wir ihm endlich alles anvertrauen. Dass wir wirklich glauben, dass er der beste Ratgeber ist und das Beste für uns will.

Wir erlebten einen Durchbruch. Gedanken Festungen wurden eingerissen.


Diesen mutigen Schritt zu gehen und den Heiligen Geist zu bitten, sich nicht zurückzuhalten – egal, ob es uns gefällt oder nicht – kann ich jedem nur empfehlen.


Es war, als hätten sich verschiedene Lektionen, die Gott uns schon in der Vergangenheit gezeigt hatte, nun ergänzt und zu einem Gesamtbild zusammengefügt.


Gott hatte uns im letzten Jahr gezeigt, dass wir aufhören müssen, einander im Fleisch zu sehen und stattdessen im Geist. Das hatten wir nach bestem Wissen auch getan.

Doch ein wichtiges Puzzleteil fehlte noch: uns Gott unterzuordnen. Ihn führen zu lassen. Unterordnung und Gehorsam, in ALLEN Bereichen.


Und er leitet mit Liebe – bedingungsloser Liebe. Liebe ohne Stolz. Liebe, die in Beziehung mit ihm verwurzelt ist.


Korinther 13 zeigt uns, dass alles Wissen und alles gute Tun keinen Wert hat, wenn es nicht aus Liebe geschieht – aus göttlicher, agape Liebe.

„Wenn ich alle Erkenntnis hätte, aber keine Liebe…“

Korinther 13,1–3


Wir versuchten, göttliche Offenbarung mit eigener Kraft und unter unseren eigenen Bedingungen umzusetzen. Wir wollten nur so weit gehen, wie es unser Stolz und unser eigener Gerechtigkeitssinn zuließen – aber nicht darüber hinaus. Nicht in die unbequemen Situationen, in denen Gott uns verteidigen darf und wir aushalten müssen, dass er Dinge anders tut, als wir es tun würden. Dass wir nicht Gott sind.


Wir waren die letzten Monate sehr beschäftigt.


Wir sind verändert worden und werden täglich weiter verändert!


Es ist die beste Erfahrung meines Lebens, mich ganz von Gott leiten zu lassen und zu sehen, was er für mein Leben vorbereitet hat. Tag für Tag mehr der Menschen zu sein, den Gott sieht. Der ich im Geist bin. Meine Geistiges Ich als meine wahre Identiteat anzunehmen.


Dieses nächste Semester wird weiter lebensverändernd sein, davon bin ich überzeugt.

All das ist nur möglich durch so viele von euch.


Eure Gebete und eure finanzielle Unterstützung machen einen riesigen Unterschied und ermöglichen es uns, diesen Weg mit Gott zu gehen!


Wir sind euch unglaublich dankbar und möchten euch dieses Jahr wieder mehr teilhaben lassen. Wir hoffen, ihr habt Verständnis für unsere etwas zurückgezogenere Phase.


In Zukunft möchten wir gerne mehr über die Vision teilen, die Gott uns aufs Herz gelegt hat und über die Ministry-Projekte berichten, in denen wir mitarbeiten dürfen.


So wie ihr in uns investiert habt, möchten auch wir zurück investieren. Falls ihr Gebetsanliegen habt oder Fragen zu bestimmten Themen, schreibt uns gerne. Wir möchten mit euch im Glauben übereinstimmen oder das teilen, was Gott uns bisher offenbart hat.

Auf ein geniales Jahr 2026 mit Gott.



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